Babyzeichensprache


Dorothee Brück, eine kitakram-Leserin, hat uns den folgenden Artikel zum Thema Babyzeichensprache zugesendet.
Falls ihr zu diesem Thema mehr erfahren möchtet, steht euch unter dem Text eine hilfreiche Linkadresse zur Verfügung.

Mit Babys auf dem Weg zur Sprache

Babys haben so viel zu sagen - und das viel früher als man denkt. Lange, sehr lange, bevor sie sprechen können.
Bis die notwendigen Sprechwerkzeuge fertig entwickelt sind, vergehen 12 - 16 Monate. Oft sagen Eltern stolz: "Ja, mein Kleines versteht schon alles!" Können die Kleinen ihnen denn auch alles sagen bzw. mitteilen? Können sie aktiv eine Unterhaltung beginnen? Eltern erraten meistens das jeweilige Bedürfnis ihres Kindes - aber kann das Kind ihnen auch erzählen, was es gerade denkt und fühlt? Es ist immer wieder verblüffend, von einem kleinen Baby zu erfahren, was so alles in dem kleinen Köpfchen vorgeht!

Jetzt gibt es eine Möglichkeit, Babys, die noch weit vom Sprechen entfernt sind, zu helfen, sich verständlich zu machen! Ohne Weinen, Quengeln oder am Rock zupfen. Mit Unterstützung von Babyzeichensprache lernen die Eltern baby-leichte Gesten für den Alltag mit ihrem Kind und die Kinder ahmen sie bei Interesse nach. Das unterstützt nicht nur die positive Entwicklung von Babys Gehirn, seinem Sprachzentrum und seiner Motorik - es macht auch noch Riesenspaß. Das Kind erlebt sich als selbstwirksam - und das stärkt sein Selbstwertgefühl für das ganze Leben.

Babys ab ca. 3 Monaten beobachten ihre Umgebung schon ganz genau. Am meisten beobachten sie die Körpersprache ihrer Eltern / Betreuuer. Wenn man mal bewusst drauf achtet, fällt auf, dass schon kleinste Babys mit 3-4 Monaten ganz fasziniert den Bewegungen der Hände folgen, besonders, wenn sie dabei bewusst angesprochen werden - zum Beispiel bei Liedern wie "10 kleine Zappelmänner" oder "Das Fähnchen auf dem Turme". Die Händchen zucken, die Finger spreizen sich und durch Nachahmen der Bewegungen entstehen Gesten - bewusst ausgeführte Bewegungen von Baby-Händchen.

Diese Beobachtungen führten bereits in den 80er Jahren in Amerika zu Forschungen, die ein erstaunliches Ergebnis erzielten: Babys, die über einen großen Gesten-Wortschatz verfügten, kommunizierten schon mit 9 Monaten klarer und umfassender mit ihrer Umwelt als andere Babys, die diese Ausdrucksmittel nicht besaßen. Die Idee des Baby-Singing wurde geboren - und gehört in Amerika und England zum Alltag mit Babys.

In Deutschland gibt es die so genannte Babyzeichensprache seit knapp 10 Jahren. Vivian König, Gründerin der Zwergensprache GmbH, brachte die Idee aus England nach Deutschland. Mittlerweile gibt es in vielen Städten und Gemeinden Kurse für Zwergensprache, die von lizensierten Kursleiterinnen gehalten werden. Seit Juni 2010 gibt es dieses Angebot nun auch für den Großraum Saarlouis und Völklingen, bei Interesse auch darüber hinaus.

Verfasserin des Artikels: Dorothee Brück
Mehr zum Thema Babyzeichensprache